Galerie Schlégl
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Rita Ernst

Bild-Architekturen

04. März - 13. Mai 2006

Rita Ernst im Dialog mit suprematistischen Architektona

Die Ausstellung stellt eine Verbindung zwischen zwei zeitlich und r├Ąumlich voneinander getrennten Bildwelten her. Im Vordergrund stehen die j├╝ngsten Werke der Z├╝rcher K├╝nstlerin Rita Ernst. Die Arbeiten in Acryl auf Papier bilden die vorerst letzte Station des Werkzyklus " Progetto Siciliano", der sich seit nunmehr acht Jahren in stetiger Entwicklung befindet. Dabei geht die K├╝nstlerin von Grundrisszeichnungen sakraler und profaner Bauwerke aus, denen sie auf Streifz├╝gen durch ihre Wahlheimat Sizilien begegnet.  Waren die Grundrisse in den ersten Bildserien noch deutlich ablesbar, so haben sich diese in er Folge immer deutlicher emanzipiert - bis hin zu den hier pr├Ąsentierten Arbeiten. (...)
Mit den Bildern der zeitgen├Âssischen K├╝nstlerin stehen abstrakte Kompositionen aus den 1920er Jahren im Dialog, die einer architektonsichen Konzeption folgen. Sie stammen aus der Hand von Nikolaj Suetin und Ilja Tschaschnik, die als wichtigste Sch├╝ler Malewitschs im Umfeld des russischen Suprematismus wirkten. (...)
Zwar unterscheiden sich die Werke Ernsts und der Suprematisten bez├╝glich der Entstehungsumst├Ąnde und der theoretisch-weltanschaulichen Hintergr├╝nde deutlich. Jedoch eignet ihnen eine gemeinsame visuelle Logik: Beide Positionen bekennen sich zu einem tektonischen Bildaufbau, der aus der Bezugnahme zur Architektur folgt. Dabei geht es nicht um das "Abbilden" konkreter Architekturen, sondern um die Darstellung einer strukturellen Ordnung mit Hilfe abstrahierter Formen, die vor einem monochromen Bildraum gleichsam zu schweben scheinen. Diese Kompositionen sind von der Bodenhaftung des Architektonischen losgel├Âst und in reine Malerei ├╝berf├╝hrt. In ihnen behauptet die Kunst ihren autonomen Ort.
Martino Stierli